Geschichte Steyr Puch

…wie alles begann

Geschichte der Steyr-Puch Automobile

Im Jahre 1954 wurde beschlossen, in Graz-Thondorf – nach dem 2.Weltkrieg – wieder eine eigene österreichische PKW-Produktion, und zwar die eines Kleinwagens, anlaufen zu lassen.

Aufgrund eines Assembling-Vertrags mit Fiat konnte man sich die Produktion einer eigenen Karosserie sparen, es genügte die Rohkarosserie des Fiat 500 anzukaufen und zu adaptieren. Lediglich der Motordeckel sowie in späteren Jahren das feste Dach wurden in Eigenproduktion hergestellt. Deswegen lautet die offizielle Bezeichnung der hier vorgestellten, österreichischen Kleinwagen auch „Steyr Puch 500, Modell Fiat“.

Dennoch sind die Unterschiede zwischen dem italienischen Fiat und dem österreichischen Steyr Puch enorm: Im Gegensatz zum luftgekühlten Twin-Motor des Fiat wurde der Puch von einem luftgekühlten 2-Zylinder Boxermotor mit 493ccm angetrieben.

Auch die Getriebe-Fahrgestelleinheit wurde komplett in Graz hergestellt, und weist zum Teil grundsätzlich andere Konstruktionsansätze auf.

1957 wurden die ersten Steyr Puch 500 zum Verkauf angeboten, standardmäßig als Cabriolet mit langem Faltdach. Bemerkenswert ist, dass diese Modelle noch keine Kurbelfenster aufwiesen! Auch die restliche Ausstattung war eher spartanisch.

1959 erfolgte die erste Überarbeitung, das Modell Steyr Puch 500D erhielt ein festes Dach (das „D“ steht für „Dach“!) mit dem markanten Heckbürzel wegen der besseren Kopffreiheit für die Fondpassagiere, sowie (endlich) auch die angesprochenen Kurbelfenster… Auf Wunsch war aber auch weiterhin eine Cabrioversion lieferbar. Außerdem erhielt das neue Modell ein neues Frontemblem, ein Handschuhfach sowie eine verbesserte Heizung. Eine neue Motorvariante mit 19,8 statt bisher 16 PS begründete ein neues Modell: Den 500DL.

1961 führte man eine neue Karosserievariante, nämlich den 700C („Combi“) bzw. 700E („Economy“, mit einem schwächeren Motor) mit Heckklappe und Ladefläche ein. Der 700C leistete 25PS, der 700E nur 19,8PS mit je 650ccm.

1962 wurde der eine neue Motorversion für die Limousine geschaffen, statt 493 hatte er nun ebenfalls 650ccm bei einer Motorleistung von 19,8PS, die neue Modellbezeichnung lautete 650T („Thondorf“).

Bald wurde auch das noch stärkere Modell 650TR (das „R“ steht für „Rallye“) präsentiert, welches anfangs jedoch für Behörden wie Polizei und Gendarmerie bestimmt war. Erst 1964 lieferte man die 650TR serienmäßig aus, die Nachfrage nach den 27PS und 660ccm starken Fahrzeugen mit Doppelvergaser war entsprechend groß.

Karosserie und Ausstattung blieben allerdings bei beiden Typen unverändert zum 500D/DL, obwohl dennoch etliche Kleinteile ausgetauscht werden mussten. 1965 erreichte man den Leistungsgipfel mit der Modellvariante 650TR II: Dies ist eine spezielle Motorsportversion mit 42PS bei 6000 U/min, einer „scharfen“ Nockenwelle und Auspuffanlage und etlichen Modifikationen. Dennoch blieb der Ur-Motor vom 500er des Jahres 1957 die Basis, was äußerst bemerkenswert ist.

1966 gelang dem Polen Sobieslaw Zasada auf einem 650TR der Rallye-Europameistertitel für Tourenwagen der Gruppe II, aller Klassen!

1967 wurde die bei Fiat in Turin bereits 1965 modifizierte Karosserie des Fiat 500 auch in Graz übernommen, wesentlichstes Merkmal dabei waren die vorne angeschlagenen Türen. Ab sofort wurde also auch das Dach vom Fiat übernommen, alle Modelle hatten nur mehr ein kurzes Faltdach. Die Produktbezeichnung erhielt den Zusatz „Europa“.

1969 entschloss man sich, wegen der sinkenden Nachfrage nicht nur die Karosserie, sondern auch die komplette Antriebseinheit vom Fiat 500 zu übernehmen, lediglich der Motor wurde noch in Graz gefertigt und eingebaut. In Kombination mit dem 19,8PS-Motor hieß das Modell nun 500S („Sport“).

1974 übernahm man in Graz schließlich die Karosserie vom Nachfolgermodell des Fiat 500, jene des Fiat 126. Auch hier beschränkte man sich im Wesentlichen auf den Einbau des Puch-Motors in das fast fertige Fahrzeug, bereits 1975 stellte man allerdings die Produktion endgültig ein – die Ära der Steyr Puch Kleinwagen war aufgrund der viel zu geringen Nachfrage endgültig vorbei. Neben den PKW-Serien-Modellen wurden auch einige Prototypen sowie Fahrzeuge mit Sonderkarosserien produziert: Quelle:“Steyr Puch Club Salzburg“